Zahnfleischrückgang („Rezession“) ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Zahnfleischschwund sollte auch aus zahnmedizinischen Gründen zeitnah behandelt werden. Es gibt viele Gründe warum sich Zahnfleisch zurückziehen kann. Zahnfehlstellungen, Erkrankungen des Zahnfleisches und Knirschen sind nur einige mögliche Gründe. Die Folgen sind, dass Teile der Zahnhälse bzw. Zahnwurzel dabei immer sichtbarer werden; die Zähne erscheinen „länger“. Man unterscheidet zwischen jeweils einzelne Rezessionen und einem generalisierten Zahnfleischrückgang an mehr oder weniger allen Zähnen. Im fortgeschrittenen Erkrankungsbild kann der Zahnfleischrückgang zum Abbau des Kieferknochens führen, welcher wiederum eine Lockerung der Zähne verursachen und sogar zu Zahnausfall führen kann. Eingeteilt werden die Grade der Rezessionen in die sogenannten Miller-Klassen . Dies dient der prognostischen Einschätzung des zu erwartenden Therapie-Ergebnisses.

Zahnfleischlifting: Schutz vor Karies

Wichtigstes Gebot vor einem Zahnfleischlifting: Die medizinische Ursache des Zahnfleischrückgangs muss gefunden und bekämpft sein. Ganz gleich, ob dies Parodontose, Rauchen und/oder schlechte Zahnhygiene, Fehlstellung der Zähne oder Zähneknirschen (Bruxismus) ist. Auch muss natürlich noch genügend Alveolarknochen vorhanden sein. Ein wichtiges zahnmedizinisches Argument für Zahnfleischlifting lautet: Ist der Zahnhals nicht durch Zahnfleisch abgedeckt, ist dieser auch nicht ausreichend vor Bakterien- und Säure Angriff geschützt. Dadurch steigt das Risiko der Entstehung von sogenannter Zahnhalskaries. Das aufgebaute Zahnfleisch schützt die Zahnhälse davor, dass sich Bakterien am Zahnhals ansiedeln und Schaden anrichten. In Kombination mit gründlicher Mundhygiene kann ein Zahnfleischlifting so auf lange Sicht die gefährliche Zahnhalsfäule verhindern und für festen Halt im Knochen sorgen.

Zahnfleischlifting: kein Narbengewebe

Das Zahnfleischlifting macht also auch aus weiteren medizinischen Gründen Sinn. Denn Zahnfleisch, das sich zurückzieht, kann über die Zeit auch dazu führen, dass der Knochen darunter an Substanz verliert. Zähne, die durch verjüngtes Zahnfleisch abgedeckt sind, sitzen somit stabiler. Zudem minimiert das Gewebe auch die Einwirkungen kalter oder heißer Speisen auf temperaturempfindliche Zähne. Da beim Zahnfleischlifting minimalinvasiv vorgegangen wird – das heißt, ohne Schnitte durch ein Skalpell und ohne das Vernähen eines Transplantats – sollten auch keine Narben am Zahnfleisch zurückbleiben.

Zahnfleischlifting: medizinische Basis

Für ein Zahnfleischlifting ist eine solide medizinische Basis notwendig. Es handelt sich dabei also um keine Ad-Hoc-Maßnahme. Man sollte sich bewusst sein dass eine gründliche Voruntersuchung und ggf. Behandlung genauso wichtig ist wie die Ausheilung entzündlicher Prozesse, die zum Zahnfleischrückgang geführt haben könnten. Sicherlich macht es nach Rücksprache mit dem Praxisteam Sinn, einen Zahnfleischlifting-Erstcheck mit Hilfe von Röntgenbildern und persönlicher Untersuchung anzustreben. Hierfür können Sie gerne das Praxisteam Christian Bärenklau kontaktieren.